Herzlich Willkommen

auf den Seiten der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum-Wiemelhausen.

Die Pfarrer*innen und weitere Ansprechpartner geben Ihnen gerne Auskunft.

Wir laden ein zu Gottesdiensten im Baumhofzentrum und in der Melanchthonkirche. Dort finden Sie ein vielfältiges Angebot unterschiedlicher Gottesdienstformen.

Die Petrikirche ist aus Sicherheitsgründen derzeit stillgelegt.

Eine Übersicht der aktuellen Termine erhalten Sie im Kalender, Informationen zu Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Beerdigung finden Sie auf dieser Seite ebenso wie die Angebote im Kulturraum /Melanchthonkirche.

Die Melanchthonkirche ist Gemeindekirche und Kulturkirche zugleich.

Die Evangelische Kirchengemeinde Bochum-Wiemelhausen bietet vielfältige Möglichkeiten zur Teilnahme. Sie können einmalig vorbeischauen oder auf Dauer dazukommen. Es gibt aus der Gemeinde und in den Gruppen und Angeboten vieles zu entdecken. Wir freuen uns auf Sie.

 

Grusswort aus dem aktuellen Gemeindebrief

Freiheit, die vom Himmel kommt

Es gibt eine interessante Werbung für Satellitenschüsseln. Freiheit, die vom Himmel kommt:  alle Programme sehen ohne Kabelanschluss oder das neue DVBT.

Freiheit, die vom Himmel kommt

In der Bibel wird erzählt, wie Jesus wieder einmal vor fremden Leuten lange Reden hält. Seine Mutter will ihn genervt nach Hause holen. Zur Verstärkung bringt sie auch die Brüder von Jesus mit. Und der sagt: „Die Leute hier, die nach Gottes Willen fragen, die sind meine Mutter und meine Schwestern und meine Brüder. Ich komme, wenn es mir passt.“ Was für eine Kränkung für Maria und die Familie. Aber in seinem ganzen Leben lässt Jesus sich ja nicht von äußeren Dingen – auch nicht von Familienwünschen –  bestimmen. Er lässt sich von Gott bestimmen, und das eben macht ihn nicht zum Knecht, sondern das gibt ihm Freiheit. Er glaubt, dass das, was Gottes Wille ist, für ihn und die Welt gut ist – und kein Widerspruch zu dem, was man selber will.

Also nicht: Religion ist alles, was man nicht darf, sondern: Der Glaube ist eigentlich erst die Kraft, die mir erlaubt, das zu sein, was ich im Tiefsten sein will.

Und wenn ich von dieser Kraft etwas erlange, dann kann ich in Freiheit da mitmachen,
wo es nötig und sinnvoll ist und kann sagen:
„Das geht nicht, das mache ich nicht mit.“

Martin Luther war auf der einen Seite Kind seiner Zeit. Ein Toleranzbegriff nach heutigem Verständnis war ihm fremd. Aber in seinem berühmten „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, leuchtet etwas auf von dieser Freiheit, die vom Himmel kommt.

Undenkbar eigentlich für einen kleinen Mönch, gegen die Lehrmeinung der Kirche zu argumentieren. Aber gegen die Angst hält er seine Erkenntnis durch und äußert diese an vielen Stellen, dass der Mensch gerecht werde vor Gott durch den Glauben und nicht durch des Gesetzes Werke, also durch richtiges Tun allein.

Jesus als ein Mensch, der versucht, sich in den Willen Gottes zu ergeben, erlebt drei Versuchungen, die die daraus erwachsende Freiheit beschneiden wollen (Matthäus 4,1–11):

Die Erste ist: Den Verhältnissen und dem, was ist, größte Macht zu geben.

Vom Brot allein zu leben –
Nicht zu hoffen, nicht zu träumen.
Lieber zu kaufen und zu haben.

Die Zweite ist: Mehr Beweise zu wollen.
Was ist mit Gott, wo es doch Hunger gibt und Elend. Und nur ganz tief im Innern und nur ganz selten spüren wir das Andere; dass es trotz aller Gefährdung es Gott gibt und
dass er es gut meint.

Und die Dritte ist: das Ausüben von Macht.
Hätte Jesus die Macht angenommen, die ihm der Teufel anbot, hätte er damit Gutes tun können. Ja, aber die Freiheit des Menschen erwächst aus der Überzeugung, dass man nicht selber Gott ist und es auch nicht sein muss, und auch keinen anderen und nichts Anderes Gott über sich sein lässt.

Aus „gesundem Glauben“ wachsen Mut und  Freiheit. In einem kleinen Buch, das sich kritisch mit dem Reformationsjubiläum beschäftigt (Jörg Lauster, Der ewige Protest – Reformation als Prinzip, München 2017) fand ich dazu im Klappentext folgendes Zitat: „Die protestantische Haltung zeigt sich in der unermüdlichen Tapferkeit der Weltgestaltung, die im Vertrauen auf eine der Welt eingelassene Güte dem Absurden in der Welterfahrung widersteht. In dieser Tapferkeit und in dieser Überzeugung ist der Protestantismus als ewiger Protest eine Religion für freie Geister – und davon gibt es viele.“

Es grüßt Sie Ihr Eckhardt Loer

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