Aus dem Gemeindeleben

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28.05.2020

Am 8. März haben wir die letzten Gottesdienste in unseren beiden Gottesdienststätten gefeiert. In beiden Kirchen waren es Vorstellungsgottesdienste der Konfirmanden.
Danach mussten wir aus nachvollziehbaren Gründen die Feiern der Gottesdienste einstellen. Nachdem in der Folgewoche Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter von Gruppen mit Teilnehmern aus der sogenannten Risikogruppe von sich aus die Gruppentermine abgesagt hatten, erfolgte dann aufgrund einer Ordnungsverfügung der Stadt Bochum die Schließung unserer Gemeindehäuser für alle.
Am 28. Februar haben wir noch im Baumhofzentrum ein gelungenes „Ehrenamts – Dankeschön – Fest“ gefeiert.
Am 26. April und 10. Mai wären bei uns dann die Konfirmationen gewesen. Diese mussten wir auf einen Zeitpunkt nach den Sommerferien verschieben. Da in der Regel die Konfirmations gottesdienste von bis zu 500 Menschen besucht werden, wird es auch wohl dann noch schwierig sein, diese Gottesdienste nach den Sommerferien in gewohnter Form zu feiern. Eine neue Form, gegebenenfalls in Kleingruppen, wird derzeit bedacht.
Viele Anfragen erreichten uns, die Pfarrerin und die Pfarrer, von verunsicherten Brautpaaren. Mai und Juni sind ja die begehrtesten Hochzeitsmonate. Einige Paare haben ihre Hochzeitsfeiern auf das nächste Jahr verschoben, einige warteten bis zuletzt auf Entscheidungen der Landesregierung, ob und wann die Kirchen und Gastronomien wieder öffnen könnten.
Die Beerdigungen unserer verstorbenen Gemeindeglieder durften nur im kleinen Kreis (zehn Personen) und auch nur außerhalb der Trauerhallen durchgeführt werden. Inzwischen ist die Beschränkung der Teilnehmerzahl in Bochum aufgehoben (was wiederum andere Probleme verursacht), die Hallenschließungen sind aber noch in Kraft.
Die für den 22. März geplante feierliche Einführung des neu gewählten Presbyteriums in einem Gottesdienst konnte ebenfalls nicht stattfinden. Die Landeskirche hat für diese besondere Situation eine Ausnahmeregelung geschaffen. Nach schriftlicher Einsendung eines Gelöbnisses gelten die Presbyterinnen und Presbyter als eingeführt. Eine konstituierende Sitzung des neuen Presbyteriums fand als Telefonkonferenz am 7. April statt. Wir bedanken uns sehr bei allen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl zur Verfügung gestellt haben, ebenso bei den ausgeschiedenen Mitgliedern des Presbyteriums, Frau Katharina Pattberg und Herrn Friedhelm Bahr für ihre Mitarbeit in der Gemeindeleitung.
Durch Aushänge, Homepage, Zeitungsmeldungen und vielen Telefonaten versuchen wir, mit den Gemeindegliedern in Kontakt zu bleiben. Der Besuch unserer Homepage hat sich in der Krisenzeit von 500 auf 1500 Klicks pro Monat verdreifacht. Wir haben uns bemüht, den Leserinnen und Lesern immer die aktuell sten Informationen zur Verfügung zu stellen. Ebenso stellen Pfarrerin und Pfarrer wöchentlich theologische Gedanken zum Leben in dieser besonderen Zeit ein.
Auf der Facebookseite wurde allein der Artikel zur Schutzmaskenherstellung unseres Kunst- und Kulturprojektes an die 600-mal gelesen. Am Ostersonntag war die Melanchthonkirche am Vormittag geöffnet für eine stille Einkehr und zum Mitnehmen einer Osterkerze und eines Segensspruches. Es war schön, viele Gemeindeglieder wiederzusehen, wenn auch aus dem gebotenen Sicherheitsabstand. Wir hatten die absurde Situation, dass wir – ganz anders als sonst – immer gehofft haben: hoffentlich kommen nicht zu viele, damit es keine Probleme gibt.
Leider musste auch die Aufführung der Johannespassion durch die Kantorei an der Melanchthonkirche ausfallen. Viele hatten sich sehr darauf gefreut.
Beim Sturm am 1. Aprilwochenende lösten sich Zinkbleche des rechten Nebenturms der Petrikirche. In einer dramatischen Aktion wurden mithilfe eines Kranwagens der Dortmunder Feuerwehr notdürftige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt.

Das neue Presbyterium findet sich in die neue Form der Sitzungen als Telefonkonferenzen gut ein.
Allerdings wartet die Behandlung einiger Themen auf eine „normale“, entspannte Gesprächssituation in direktem Kontakt.
Auf das Presbyterium warten die Aufgaben: Fortschreibung der Gebäude- und Gemeindekonzeption, die Renovierung des Melanchthonsaales, die Besetzung der 1. Pfarrstelle zum Jahresende, Baumpflanzungen an der Königsallee, die Entscheidungen über die zukünftigen Formen unserer Gottesdienste und viele weitere Themen.

Eckhardt Loer