Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT)

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04.06.2019

In der Präambel des Deutschen Evangelischen Kirchentags sind bis heute die folgenden Grundsätze festgehalten:

„Der Deutsche Evangelische Kirchentag wurde im Jahr 1949 bei der Deutschen Evangelischen Woche in Hannover von Reinold von Thadden-Trieglaff und seinen Freunden als Laienbewegung ins Leben gerufen.
Der Deutsche Evangelische Kirchentag will Menschen zusammenführen, die nach dem christlichen Glauben fragen.
Er will evangelische Christen sammeln und im Glauben stärken.
Er will zur Verantwortung in der Kirche ermutigen, zu Zeugnis und Dienst in der Welt befähigen und zur Gemeinschaft der weltweiten Christenheit beitragen.“ (Harald Schröter-Wittke, Artikel: Deutscher Evangelischer Kirchentag in: www.bibelwissenschaft.de)

Helmut Simon, Richter am Bundesverfassungsgericht und Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentages (Kirchentagspräsident in den Jahren 1977 und 1989) bezeichnete den DEKT als „protestantische Bürgerrechtsbewegung“. Als solche ist der DEKT nach 70 Jahren seiner Gründung immer noch lebendig und gebraucht.

Dass Gesellschaft und Politik ein aufmerksames und lebendiges Zeugnis der Christen brauchen, war dem Gründer des DEKT Reinold von Thadden-Trieglaff schon zu Beginn der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland bewusst. Als Abgeordneter der pommerschen Bekenntnissynode nahm er vom 29.–31. Mai 1934 an der „Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche“ in Wuppertal-Barmen teil und unterzeichnete mit den 138 stimmberechtigten Abgeordneten aus 18 Landeskirchen (83 Pfarrer und Theologen, 55 Laien, darunter 1 Frau) die Barmer Theologische Erklärung, die bekannte, dass für eine Christin/einen Christen kein staatliches Gesetz über dem göttlichen Recht stehen kann. Damit war dem politischen Führerprinzip in der Kirche widersprochen. Die Christen in Deutschland blieben gespalten in ‚Deutsche Christen‘, denen ein rassistisches nationales Christentum vor Augen stand und ‚Bekennender Kirche‘, die sich der Barmer Theologischen Erklärung anschloss. Reinold von Thadden-Trieglaff, Jurist, Gutsbesitzer, und Präses der Pommerschen Bekenntnissynode war vor dem Zweiten Weltkrieg im Christlichen Studenten Weltbund engagiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er für den Weltkirchenrat. Den DEKT verstand er als Teil der ökumenischen, weltweiten Bewegung der Christenheit. Dieses Verständnis ist ein gutes Erbe, das sich in 70 Jahren bewährt hat. Bibelarbeiten, Predigten und Vorträge von Christen aus aller Welt prägen den DEKT. So gesehen ist im Juni die Welt in Dortmund zu Gast.
1950 lud der DEKT zur Teilnahme unter der Losung „Rettet den Menschen“ nach Essen ein. Die Losung für den DEKT 1963 in Dortmund lautete „Mit Konflikten leben“.
1973 fand der DEKT in Düsseldorf unter der Losung „Nicht vom Brot allein“ statt.
12 Jahre später war die Rheinische Landeskirche Gastgeberin zum DEKT in Düsseldorf unter der Losung „Die Erde ist des Herrn“.
Der DEKT 1991 im Ruhrgebiet unter der Losung „Gottes Geist befreit zum Leben“ ist manchen Gemeinden in Bochum noch in lebendiger Erinnerung. 18 Jahre nach dem letzten Kirchentag im Ruhrgebiet kehrt der DEKT unter der Losung „Was für ein Vertrauen“ als Gast in Dortmund ein.
Meine Empfehlung ist: nichts wie hin! Gesellschaft, Politik und Kirche brauchen aufmerksame und lebendige Christen aus aller Welt – aus dem Ruhrgebiet sowieso – , eine protestantische Bürgerrechtsbewegung.
Bis dann in Dortmund, Ihre SvS