Vielfalt und Verwandlung erleben – Arbeiten mit Stoffen

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

20.08.2019

KuKu ist ein Projekt der Evangelischen Jugendhilfe Mondo, des Evangelischen Jugendpfarramts und der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum Wiemelhausen. Minderjährige Flüchtlinge aus dem Iran und Afghanistan, aus Syrien und verschiedenen Ländern Afrikas wie Guinea und Nigeria und Kinder und Jugendliche, die in Deutschland aufgewachsen sind, treffen sich jeden Freitag Nachmittag von 15 bis 17 Uhr, um unter der Anleitung und Begleitung von Banafsheh Behjou miteinander Kunst zu machen. Das Kunstprojekt und die damit verbundenen Ausstellungen in der Melanchthonkirche sind ein Betrag dazu, den Prozess des Ankommens der Jugendlichen zu begleiten. Es ist schön, dass die Gemeinde dafür offen ist und Anteil nimmt. 

Denn das Ankommen in einem zuerst fremden Land ist ein langer Weg.„Ankommen – Einen Platz finden“ – war darum das Motto des erst-en Ausstellungsprojektes im Herbst 2017. Da haben wir die alten Stühle aus dem Gemeindehaus an der Königsallee, die alle aus den 50er Jahren stammen,  neu gestaltet; wir haben sie bemalt und beklebt und in der Kirche ausgestellt. Es ging darum, dass die Jugendlichen die Erfahrung machten, willkommen zu sein, hier einen Ort zu haben, an dem sie mit den Geschichten ihrer Flucht sicher sind und sich entfalten können.

„Wahrhnehmen – Sich ein Bild machen“ stand im Zentrum der zweiten Ausstellung 2018. Sich ein Bild machen und diese Bilder anderen zu zeigen und darüber ins Gespräch zu kommen, ist ein wichtiger Schritt im Prozess des Ankommens. Über drei Wochen haben wir in der Melanchthonkirche Fotoarbeiten der Jugendlichen gezeigt. Dazu waren die Jugendlichen nach draußen gegangen und haben mit der Kamera festgehalten, was sie sahen. So entstanden Fotos aus der Umgebung der Jugendlichen – so wie sie sie wahrnehmen. Daneben standen Texte, durch die die Jugendlichen in der neu erlernten deutschen Sprache ihre Gedanken ausgedrückt haben. Dieses Mal – im Herbst 2019 – geht es um die Fähigkeit und Freiheit, sich zu verwandeln. Sich zu verändern, ist ein wichtiges Ziel im Prozess des Ankommens und des Erwachsenwerdens. Das Ankommen verändert den Ort, an dem ich angekommen bin und es verändert mich selbst. Wenn es gelingt, Veränderung zuzulassen, drückt sich darin die Freiheit aus, die zu sein, die man ist oder in die Haut dessen zu schlüpfen, der, der man sein möchte und nicht ist.

Unter dem Motto „Sich verwandeln – Freiheit erleben“ –  soll es um Kleidung gehen, um Stoffe, die wir genäht, bedruckt, bemalt, gefärbt haben. Seit dem Frühjahr haben sich Jugendliche unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft jeden Freitag im Melanchthonsaal an der Königsallee getroffen, um unter der Anleitung von Banafsheh Behjou mit Stoffen zu arbeiten.

Am 13. September, 18.00 Uhr  laden wir also erneut zu einer Ausstellungseröffnung in die Melanchthonkirche ein. Die gestalteten Stoffe werden in einer „Modenschau“ präsentiert. Dazu wird es ein kleines Theaterstück von der Verwandlung der Raupe zum Schmetterling geben und natürlich Musik…
Lassen Sie sich überraschen. Sie alle sind willkommen, mitzufeiern.

Martin Röttger