Aus dem Gemeindeleben und dem Presbyterium

Aus dem Presbyterium

27.09.2023

Liebe Leserin dieses Gemeindebriefes,
lieber Leser!
Ich möchte meine Gedanken mit einem Dank beginnen, mit einem Dank an meinen Kollegen Eckhardt Loer.

Aber zuerst:
Pfarrer Loer wird am Freitag, dem 27. Oktober um 18.00 Uhr in der Melanchthonkirche in einem Gottesdienst mit anschließendem Empfang in den Ruhestand verabschiedet.
Dazu allen eine HERZLICHE EINLADUNG.

Pfarrer Loer war seit dem Zusammenschluss unserer Gemeinden in Wiemelhausen tätig. Zunächst viele Jahre in einer pfarramtlichen Verbindung mit der Kirchengemeinde Weitmar-Mark und dann die letzten Jahre, seit 2020, in einer ganzen Pfarrstelle. So haben wir uns hier die Arbeit geteilt. Die beiden Bezirke – ungefähr gleich groß – entsprachen den alten Gemeinden Petri/Baumhofzentrum und Melanchthon. Für die gemeinsame Zeit bin ich sehr dankbar. So war es möglich, den Übergang in neue Formen der gemeindlich-pastoralen Arbeit zu gestalten. Es war für mich ein großes Glück, mit Eckhardt Loer zusammenarbeiten zu dürfen. Wir haben uns gegenseitig respektiert und ergänzt und sind einander oft in wertvoller Weise mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Pfarrer Loer wird – so ist es beschlossen – weiterhin etwa 20 Beerdigungen im Jahr durchführen. Dafür sind wir sehr dankbar. Für den Ruhestand wünschen wir Gottes Segen!

Danken möchte ich bei dieser Gelegenheit unserer Gemeinde Wiemelhausen. Die Gemeinde – und das heißt das Presbyterium und Sie alle haben uns für unsere Arbeit all die Jahre einen großen freien Raum geschenkt. Das ist alles andere als selbstverständlich. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Unabhängigkeit, innere Freiheit und Selbstverantwortung wichtige Grundlagen der Arbeit im Pfarramt sind. Wir haben uns in unsere Arbeit, so gut es ging, an den Gegebenheiten und Bedürfnissen der Menschen in unserer Gemeinde orientiert, zugleich konnten wir in der Fülle der Aufgaben eigene Akzente setzen und unsere eigene Sprache finden. Als Pfarrer haben Eckhardt Loer und ich wie auch frühere Kolleginnen und Kollegen uns stets als Türöffner und Ermöglicher verstanden. So ist ein vielfältiges Gemeindeleben entstanden, das vielen Menschen eine Heimat und ein Ort der Auseinandersetzung ist.

Diese Gestaltungsfreiheit wünsche ich mir auch für das neu entstehende interprofessionelle Team. Das Ziel, dass die Gemeinde ein Ort der Begegnung und des inneren Wachsen ist, wollen wir auch in den kommenden Jahren miteinander verfolgen.

Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir uns intensiv mit der Frage der Wiederbesetzung der Ersten Pfarrstelle unserer Gemeinde beschäftigt, die durch die Pensionierung von Pfarrer Loer frei wird. Wir haben festgestellt, dass wir sie nicht wieder voll besetzen können. So sind wir zu dem Ergebnis gekommen, die Stelle nicht durch eine Pfarrerin oder einen Pfarrer, sondern durch ein interprofessionelles Team unterschiedlicher fachlicher Kompetenzen zu besetzen. Das bedeutet, dass unser Team vielfältiger wird. Darin liegen große Chancen. Es bedeutet auch, dass es in unserer Gemeinde nicht länger zwei Bezirke gibt, sondern eine Gemeinde, für die wir gemeinsam verantwortlich sind. Dazu haben wir in der Presbyteriumssitzung am 16. Juni 2023 die Weichen gestellt. Mit Katja Roßbach und Niklas Kreppel haben wir zwei Menschen gefunden, mit denen wir insbesondere in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und in der Arbeit mit Familien bestehende Ansätze fortführen und vertiefen und neue Wege erproben können. Dabei sollen auch die vielen älteren Menschen unsere Gemeinde nicht aus dem Blick geraten. Die Stellen werden zum 1. Oktober besetzt. Im nächsten Gemeindebrief werden die neuen Mitarbeitenden sich selbst vorstellen und ihre Ansätze und Ideen darstellen. Den Termin eines Begrüßungsgottesdienstes konnten wir noch nicht festlegen.

Unsere Jugendreferentin Ronja Baumeister wird uns zum 1. Oktober leider in Richtung der Gemeinde Bochum-Mitte verlassen.

Ronja Baumeister wird, so ist es besprochen, am Samstag, 24. September,
um 13.00 Uhr beim Autoscooter-
Gottesdienst der Stiepeler Zwiebel-Kirmes verabschiedet.

Sie hat in unserer Gemeinde wertvolle Aufbauarbeit in der Konfi-Arbeit und in der Arbeit mit Teamerinnen und Teamern geleistet. Wir werden sie sehr vermissen. Ronja, wir wünschen Dir alles, alles Gute in der neuen Stelle. Da Du im Kirchenkreis Bochum bleibst, wird es gewiss Gelegenheiten der Zusammenarbeit geben. Danke Dir!

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es leider noch keine Bewerberin, keinen Bewerber auf die Nachfolge dieser herausfordernden und spannenden Stelle, die über den gemeindlichen Schwerpunkt in der Konfi-Arbeit hinaus der Vernetzung der Jugendarbeit vor Ort mit dem kreiskirchlichen Jugendreferat und der Jugendarbeit in Stiepel dient. Ich hoffe, dass wir bis zum Herbst eine geeignete Nachfolgerin oder einen geeigneten Nachfolger finden, um dann mit ganzer Kraft an die vor uns liegenden neuen Aufgaben im Gemeindeschwerpunkt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehen zu können.

Andere Aufgaben haben wir unterdessen nicht aus dem Blick verloren.   

Gegen den Verkauf von Grundstück und Gebäude an der Drusenbergstraße hat die Landeskirche Einspruch erhoben und uns zur Verpachtung gedrängt. Hintergrund ist, dass man Grundstücke nur einmal verkaufen kann

und das durch den Verkauf erwirtschaftete Geld nur eingeschränkt einsetzbar ist und durch die Inflation nach und nach verfällt – schneller als uns lieb ist. Demgegenüber können Pachteinnahmen frei eingesetzt werden – für eine nachhaltige Bewirtschaftung des verbleibenden Gebäudebestandes und sogar für die Gemeindearbeit. Wir sind aus diesem Grunde dazu verpflichtet, das Grundstück und Gebäude an der Drusenbergstraße so gut wie irgend möglich zu vermarkten. Das Erwirtschaftete kommt unserer Gemeinde als sichere Einnahme direkt zugute. Dies wird in Zukunft immer größere Bedeutung haben.

Die Aufgabe, den Gebäudebestand zu reduzieren, steht nach wie vor im Raum. Im Blick auf die Petrikirche sind wir inzwischen in konstruktiven Gesprächen, sodass eine gute Lösung zu einer Neunutzung von Gebäude und Grundstück entstehen kann. Gegenwärtig kostet uns die Bewirtschaftung  der leerstehenden Kirche, die wir – außer zu dringendsten Arbeiten – nicht einmal betreten dürfen, in der Regel jährlich bis zu einem fünfstelligen Betrag. Das ist bitter, wenn wir uns klar machen, dass wir dafür auch Personal für die Arbeit mit jungen und alten Menschen in unserer Gemeinde finanzieren könnten. Deshalb danke ich sehr für die kritische aber zugleich konstruktive Begleitung dieser Arbeit durch viele Menschen in unserer Gemeinde.

Im Zusammenhang der Presbyteriumswahl im Februar nächsten Jahres werden wir im Herbst eine Gemeindeversammlung einberufen, in der wir auch über diese Themen miteinander im Gespräch sein können. Der Termin wird  in der kommenden Presbyteriumssitzung beschlossen und dann über die Homepage, die Schaukästen und durch Abkündigungen in den Gottes-
diensten bekanntgegeben.

Seit nun fast einem Jahr gibt es an der Melanchthonkirche einen Umweltkreis. „Oasen der Vielfalt“ gilt es im stadtnahen Raum zu entdecken und zu gestalten. Wir haben darüber im Gemeindebrief an anderer Stelle ausführlich berichtet. Mitwirkende werden nach wie vor gesucht. Vielleicht kann es dann gelingen, die Arbeit auf das Baumhofzentrum auszuweiten? Bitte melden Sie sich bei mir oder im Gemeindebüro!

Am Freitag, 15. September, von 16.00–19.00 Uhr findet auch bei uns der Parking-Day statt. Wir möchten dann mit Genehmigung der Polizei und des Ordnungsamtes den Einmündungsbereich der Schellstraße zwischen Kirche und Gemeindehaus für parkende Autos sperren und für ein paar Stunden kreativ umnutzen. Das mag der Auftakt für weitere Aktionen zu einer neuen Nutzung dieses Raumes an der Kirche sein. Im Winter und wenn möglich bis ins Frühjahr möchten wir dort ein Parklet aufstellen, das bepflanzt ist und Sitzgelegenheiten bietet. Das Parklet stand im Sommer an der Pauluskirche und kann ausgeliehen werden.

Sichtbar wird am Schluss: die Gestaltung der Arbeit unserer Gemeinde ist und bleibt eine tolle Aufgabe.

Wir suchen für das neue Presbyterium Menschen, die mitdenken und mitgestalten möchten.

Bitte denken Sie darüber nach…und…melden Sie sich…

zum Beispiel bei mir 0234 31 24 58 (AB) oder per Mail martin.roettger@ekvw.de

Martin Röttger

Pfarrer