Unsere Bethelfahrt

Aus der Gemeinde

28.02.2019

Hinweis:

Die nächste Bethelsammlung wird vom 23.–25. April 2019 stattfinden. Wie immer können Sie Ihre gut erhaltene Kleidung, Wäsche, Schuhe, Taschen, Kuscheltiere und nicht zu vergessen die Briefmarken von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 10.00 bis 12.00 und 15.00 bis 17.00 Uhr am rechten Seiteneingang des Hauptportals der Melanchthonkirche abgeben.

Bericht zur Bethelfahrt

Wie ja im letzten Gemeindebrief angekündigt, fuhren wir, leider nur 17 Personen, Mitte Oktober nach Bethel, um uns über die Arbeit in den Bodelschwinghschen Anstalten und die Verwertung der Utensilien unserer Bethel-Sammelaktion zu informieren. Die Fahrt erfolgte mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bielefeld-Bethel. Wir wurden dort herzlich von Frau Sabine Müller begrüßt.

Sie hielt uns einen Vortrag über die Arbeit in Bethel und zeigte uns einen Film dazu. Bethel, der Begriff kommt aus dem Hebräischen und heißt „Haus Gottes“. Dieser Name ist Programm, denn es heißt nicht mehr „von Bodelschwinghsche Anstalten“, sondern die „von Bodelschwinghsche Stiftung Bethel“. Hier werden Menschen betreut und beschäftigt, je nach ihrem Behinderungsgraden wie Epilepsiekranke, Behinderte, mehrfach Behinderte, psychisch Kranke und Menschen mit besonderen Schwierigkeiten. Betreut werden dort Kinder in Kindertagesstätten, Schüler in entsprechenden Schulen, Jugendliche in der Jugendhilfe sowie ältere Menschen in der Altershilfe.

Neue Wege – neue Ziele:
Veränderung im Menschenbild, das Bemühen, Gemeinschaft zu verwirklichen, Nächstenliebe und Solidarität, qualifizierte Hilfe und Orientierung zu geben, Selbstbestimmung und keine Bevormundung, Begegnung auf Augenhöhe, bemühen um Menschenwürde jedes Betreuten, Möglichkeiten der eigenen Wohnung, Begegnungsstätten für Gespräche mit der Nachbarschaft, für Kinder das Hauselternprinzip in Familiengruppen, Betreuung Jugendlicher in Wohngruppen, Hilfe zur Sinnsuche und geistlicher Orientierung.
Die Bediensteten und auch viele ehrenamtliche Betreuer sind dort beschäftigt. Die Fachkräfte sollen sich als Assistenz verstehen für all die ca. 21 000 Menschen, die betreut und gepflegt werden müssen.

Bethel hat in 8 Bundesländern ca. 200 weitere Standorte, mehrere Krankenhäuser und ca. 19.000 Mitarbeiter, viele Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, in denen die Teilhabe am Arbeitsleben ganz groß geschrieben wird. Weitere Wirkungsfelder: Hospiz und Kinderhospiz, Wohnungslosenbetreuung, Tagesaufenthalte, computergestützte Kommunikation, Betreuung minderjähriger Flüchtlinge, Orte zur beruflichen Qualifikation und Wiedereingliederung, Feierabendhäuser, und es gibt auch internationale Partnerschaften.

„Gesund oder krank, behindert oder nicht“ – in Bethel sind alle davon überzeugt, dass alle Menschen zusammen leben können.

Nach einem guten und reichhaltigen Mittagessen, natürlich auf eigene Rechnung, gab es noch einen ausführlichen Vortrag über die „Neue Schmiede“, mit einer Gaststätte für Spielabende, Disco, Sportveranstaltungen sowie öffentliche Kulturveranstaltungen für die Bewohner. Es geht hier um Aktivität im Alter. Es existiert ein Fanclub Fußball. Hier werden auch Reisen mit Reisebegleitern organisiert. Finanziert wird vieles durch die Vermietung der „Neuen Schmiede“ zu Betriebsfeiern, Tagungen, Konferenzen, Empfängen und Hochzeiten.

Zum Schluss wurde uns im neuen Haus die „Brockensammlung“ vorgestellt, wo auch eingehende Sachen aus dem Umkreis wie Möbel, Haushaltsgegenstände, Bekleidung, Antikes, Bilder und Bücher und anderes verkauft werden.
Erstaunt waren wir, als wir erfuhren, dass die Bekleidung, die in den Kirchengemeinden für Bethel (im Jahr ca. 10.000 Tonnen!) gesammelt wird, gar nicht dort landen, sondern gleich an eine Firma in Holland, wo alle Sachen aus ganz Europa eingehen, weitergeleitet werden.

Dort werden die Sachen per Hand sortiert und was gut ist, geht in ärmere und hilfsbedürftige Länder in ganz Europa. Der Erlös des Verkaufs geht an die Stiftung Bethel abzüglich ihrer Ausgaben. Die unbrauchbaren Sachen werden dann an Entsorgungsstellen weitergeleitet. Wer Wert darauf legt, dass seine gut erhaltenen Sachen direkt nach Bethel kommen, sollte diese per Paket direkt dorthin schicken. Die Paketinhalte kommen, wenn verwertbar, dort in den Verkauf.

Es war für uns alle eine gute Erfahrung, diese Einrichtung zu besuchen, um zu hören und zu sehen, was vorher kaum einer von uns in dieser Ausgiebigkeit wusste.
Im Jahr werden dort Gruppen aus Schulen und sonstige Gruppen (im Jahr etwa 12.000 Besucher ) geführt und sehr gut informiert.
Wir sind froh, diese Fahrt durchgeführt zu haben und erwarten bei der nächsten „Brockensammlung“ der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum-Wiemelhausen wieder Ihre nicht benötigten guten Sachen.

Josef Scheele und Ingrid Wortelmann