Theologischer Gesprächskreis

Aus der Gemeinde

27.11.2019

Warum eigentlich Theologie? Ist die nicht von gestern? Hat sie ihren Platz nicht im Elfenbeinturm, in verstaubten Amtszimmern von Theologen, die heute keiner mehr braucht?  Theologie ist überflüssig, ist Luxus, den sich auch die Kirche nicht mehr leisten muss? Theologie ist Standesdünkel, damit Theologen unter Theologen bleiben können?

Angeregt von  einer Mittagskirchen- Kanzelrede von Prof. Dr. Christian Link zu Karl Barth (100 Jahre Römerbriefkommentar von Karl Barth), nahm sich der Theologische Gesprächskreis vor, die 1933 erschienene Schrift „Theologische Existenz heute“ zu lesen. So geschah es. Die Gespräche landeten nicht im Elfenbeinturm,  sondern versuchten, die politische und kirchenpolitische Situation im Jahr 1933 zu erfassen. Dabei wurde, auch aus der Erinnerung an die eigenen Eltern deutlich, dass in den Amtszimmern von Theologen, die diese und andere Schriften Karl Barths gelesen hatten, alltagsrelevante Widerstandsgesten gegen den Terror der Nationalsozialisten bedacht und klug, nicht immer vor aller Augen, umgesetzt wurden. 

Wir beschäftigten uns mit der Barmer Theologischen Erklärung, mit Martin Niemöller und schließlich, im Anschluss an die Verleihung des Hans-Ehrenberg-Preises im Oktober 2019 mit dem Bochumer Bekenntnis. Das erkenntnisleitende Interesse in allen Gesprächen war die Frage: wie verhielt sich die Kirche  zum Antisemitismus.

An dieser Frage werden wir weiterarbeiten.

Theologen unter sich? 
Im Theologischen Gesprächskreis, immer am 3. Montag im Monat, treffen sich Leute, die sich sich in verschiedenen Berufsfeldern auskennen, in verschiedenen Aufgabenfeldern ehrenamtlich tätig sind, Leseratten, Netzwerker, Träumer sind – oder alles zusammen. Sie stellen die theologischen Traditionen ins Jetzt und erdenken darin neue.  

Die nächsten Termine: 
20. Januar und 17. Februar, 20:00 Uhr, Melanchthonsaal, Königsallee 48.

Ellen Strathmann-von Soosten