Reisebericht Malawi Teil 3

Hilfe für Malawi

16.10.2020

Teil 3 – Fahrt in die Dörfer

Rund um die Stadt Nkhoma sind viele kleine Dörfer gruppiert, die überwiegend von der Land­wirtschaft und Handwerk leben.

Gleich am Sonntag nach unserer Ankunft haben wir eine Familie, bestehend aus einer blinden Agogo (Oma) und ihren -bis auf Thomas- ebenfalls blinden Kindern besucht. Bepackt mit einem 25 kg schweren Sack Maismehl, einem Sack Salz und Seife, haben wir uns mit den geliehenen Motorrädern auf den Weg in ihr Dorf gemacht.

Das war das reinste Abenteuer, da die Wege durch die Regenzeit sehr matschig und von kleinen und großen Schlaglöchern durchzogen waren. Manchmal trafen wir auf kleine Straßensperren und mussten an die Jugendlichen einige Kwacha zahlen. Unser Koordinator Chifundo, mit dem wir hier unterwegs waren, hat uns darüber aufgeklärt, dass die Jugendlichen die Schlaglöcher mit Sand und Steinen auffüllen und dafür Wegzoll verlangen. Einen Beitrag, den wir gern leisten.

Geteerte Straßen sind äußerst selten. Lediglich die Hauptstraßen sind asphaltiert. Wie auf dem Bild zu sehen ist, kann man hier eher von Wegen und z.T. sogar nur von Trampel­faden sprechen, die sich durch das Land ziehen und die umliegenden Dörfer mit der Hauptstraße und somit mit der Infrastruktur von Nkhoma verbinden.

Die Dörfer liegen meist weit von den Haupt­straßen entfernt, wo die Wege –nach europäischem Standard- nur mit gelände­gängigen Fahrzeugen zu erreichen sind. Aber selbst die sind in der Regenzeit kein Garant, wie sich in der zweiten Woche gezeigt hat. Nach zwei Regentagen konnten wir ein Dorf nur zu Fuß erreichen. Selbst das Geländefahrzeug von den beiden Missionaren Greg und Christina aus Kalifornien (mehr zu den beiden in einem späteren Bericht) musste abgestellt werden.

Einfache Karren oder der Weg zu Fuß sind da effektiver.

So haben wir die Säcke mit Salz und Seife, die wir für die Gruppenmit­glieder gekauft haben, getragen, was bei den glitschigen Wegen einer gewissen Geschick­lichkeit bedurfte. Uns wurden die Säcke und Kartons von den herbeigeilten jungen Männern des Dorfes abgenommen.

Für unsere 82-jährige Koordinatorin war es überhaupt keine Frage, den Weg zu meistern. Sie zog sich kurzerhand die Schuhe aus und stapfte selbstbewusst durch die Pfützen. Es war nicht ganz klar, wer auf diesem Bild hier wem helfen wollte😉.

In den zwei Wochen, die wir in Nkhoma waren, sind wir mit dem Minibus gefahren. Normalerweise fahren diese die Hauptstraßen ab und in die umliegenden Städte, wie z.B. in die Hauptstadt Lilongwe. Sie nehmen die am Rand stehenden Fahrgäste auf, wobei die normalerweise übliche Höchstgrenze an Mitfahrenden, um ein Vielfaches überschritten wird. Die Fahrzeuge befinden sich nicht immer im besten Zustand und sind üblicherweise überladen. Auf dem Foto sieht man, wie brüchige Kabel repariert wurden.

Für viele Dorfbewohner ist das Sammeltaxi zu teuer, sie gehen zu Fuß. Wenn sie es sich leisten können, benutzen sie Fahrrad- oder Motorrad-taxis, die sehr verbreitet sind. Die Taxis werden üblicherweise durch das Mobiltelefon angefordert. Vieles funktioniert über das Telefon, wie z.B. das Bezahlen, denn kaum jemand der Dorfbewohner hat ein Bankkonto.
Für die Fahrt in die Dörfer haben wir solch ein Sammeltaxi mit dem bereits vorgestellten Fahrer Macki pro Tag gemietet. Die Kosten lagen inkl. Fahrer bei 15.000 Kwacha zzgl. Benzin (zwischen 10.000 – 20.000 Kwacha). Die Transportkosten haben wir privat bezahlt, um so viel Geld wie möglich für die Menschen vor Ort zu haben.
Etwa zu zehnt sind wir incl. Rollstuhl eines Koordinators und Säcken mit Salz, Seife und Geschenken sowie Proviant (vor allem frisches Wasser) zwei Wochen täglich in die um Nkhoma gelegenen Dörfer gefahren.

Möglicherweise könnten die Straßen nach Regenfall besser aussehen, wenn die Gräser, wie sie auf dem Bild zu sehen sind, an allen Rändern der Felder gepflanzt (siehe Bild weiter unten) werden. Die Staubbelastung in den Sommermonaten könnte somit ebenfalls eingedämmt werden, wie das Abtragen der oberen trockenen Erdschicht des Ackers bei starkem Wind.

In den letzten Jahrzehnten musste das Gras für den Anbau von Mais weichen. Nur an sehr wenigen Stellen findet man noch Gräser.

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