Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Homepage
der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum-Wiemelhausen!

Sie finden bei uns ein lebendiges und vielfältiges Gemeindeleben mit Möglichkeiten zur Mitwirkung und Teilnahme.

Unsere vier Schwerpunkte sind der Gottesdienst, Kultur, Jugend und Diakonie.

Auf dieser Homepage können Sie sich einen ersten Überblick verschaffen über die Gottesdienste, Konzerte, Gruppen und Kreise und weitere öffentliche Veranstaltungen.

Sonntag, 11. 12.2022 – 3. Advent

Baumhofzentrum
10.00 Uhr: gesamtgemeindlicher deutsch-koreanischer Gottesdienst mit Abendmahl
Predigt: Pfarrer Johan Lee
Liturgie: Pfarrer Martin Röttger und Pfarrer Johann Lee
Kirchenmusik: Michael Wilhelm und Yeeun Kim (Gesang)

17.00 Uhr: Weihnachtliches Singen mit dem Posaunenchor
Leitung: Michael Wilhelm und Nicole Katies
Lesungen: Martin Röttger

Melanchthonkirche
12.00 Uhr: kein Gottesdienst
18.00 Uhr: Chorkonzert

Sonntag, 11. Dezember, 18:00 Uhr
Melanchthonkirche Bochum

A Ceremony of Carols

Musik von Benjamin Britten, Johann Sebastian Bach
und Felix Mendelssohn Bartholdy u.a.

Harfe: Helene Schütz
Kantorei an der Melanchthonkirche
Leitung: Ludwig Kaiser

Eintritt: 16 / 8 EUR bei freier Platzwahl
Reservierungen: 0234 / 93538804 oder
www.kulturraum-melanchthonkirche.de

 

Auf ein Wort

Vor dem ersten Advent liegen im Jahreskreis die „dunklen“ Sonntage Volkstrauertag und Totensonntag.

Zur Vorbereitung auf den Volkstrauertag sendet mir der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge jährlich ein Ideenheft. In einem alten Heft auf der ersten Seite finde ich ein Foto vom zerstörten Hamburg 1945. Daneben ein Foto vom zerstörten Aleppo 2016. Jetzt kann ich Fotos von bombardierten ukrainischen Städten 2022 danebenlegen.  Man kann kaum einen Unterschied feststellen. Und immer sind Zivilpersonen die Opfer. Scheinbar müssen jede Generation und jede Nation immer neu durch viele Tiefen. Mal als Opfer, mal als Täter.
Und auch durch jeden von uns geht ja die Trennungslinie zwischen Gut und Böse. Es ist ja nicht so, dass wir, wenn wir uns einmal entschieden haben, „gut“ sein zu wollen, das dann durchgängig sind.

Woher soll die Kraft kommen, nicht in Resignation zu erstarren?

Je heftiger die Bedrohung, um so heftiger leuchtet die Weihnachtsbotschaft ein. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden.“
In der christlichen Gottesvorstellung ist Gott kein Befürworter der Gewalt. Auch wenn Ernst-Moritz Arndt vom “Gott, der Eisen wachsen ließ“ spricht, und die deutsche Wehrmacht bei ihrem Einmarsch in die Sowjetunion inklusiv der gegenwärtigen Ukraine 1941 „Gott mit uns“ auf ihren Koppelschlössern trug.
Die Weihnachtsbotschaft vom Frieden deute ich so: Ich kann darauf hoffen, dass mir aus einer höheren Wirklichkeit ein Wert und eine Würde zugesprochen werden, die ich nicht durch größer-, stärker-, reicher-, schneller-Sein erkämpfen muss.

Das gibt mir im Glücksfall die Möglichkeit, großzügiger sein zu können, bereiter zum Verzeihen und Dinge zu tun, die dem Frieden dienen. Das heißt nicht, sich freudig in eine Opferrolle zu werfen. Es gibt wohl Aggressionen und Böses, denen man sich entgegenstellen muss, ggf. auch im Kampf. Ich hoffe aber adventlich auf „göttliche“ Ideen, die helfen, Wege zum Frieden zu finden, die einen Weg in eine Versöhnung eröffnen. „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erstrahlt über dir.“ Wenn die Herrlichkeit erstrahlt, dann kommen Zweifel auf an den Dingen, die schlecht sind, lebensverachtend.

Dann fährt der Papst zur Eröffnung des Lutherjahres 2018 ins evangelische Lund, dann kniet Willy Brandt in Warschau, dann werden die „Erzfeinde“ Frankreich und Deutschland als Partner Impulsgeber für ein geeintes Europa.
Immer wieder gegen die Lähmung erreicht uns Ahnung vom Besseren. Den guten Hintergrund gibt es, der uns ermöglicht, gegen die Resignation dann doch wieder aufzustehen und sich für Gutes einzusetzen.

Diesen Hintergrund kann man nicht fassen und schon gar nicht kirchlich verwalten. Aber man kann ihn manchmal spüren. Und feiern. Das tun wir an Weihnachten. Trotzig und voller Hoffnung. Und vor diesem Hintergrund kann man sich getrost immer neu auf den Weg machen.

Eckhardt Loer, Pfarrer und Vorsitzender des Presbyteriums