Herzlich willkommen

Auf ein Wort

Jesus hat sich einmal dazu provozieren lassen zu sagen: „Ich bin der Weg.“ (Joh 14,6) Thomas – später werden sie ihn den Ungläubigen, den Zweifelnden, nennen – hatte ihn nach dem Weg gefragt, den er gehen wird, auf dem er sie verlassen wird. Wohin wird Jesus gehen? Fragezeichen sind den Jüngern ins Gesicht geschrieben. Thomas spricht aus, was wohl alle denken. „Wir wissen nicht, wo du hingehst. Wie können wir den Weg wissen?“ Ratlosigkeit. Und Jesus sagt ihm: „He, Thomas, schau mich an: Ich selbst bin der Weg.“ Wie kann man das verstehen? Später werden Menschen sagen, dass Jesus das „lebendige Wort Gottes“ gewesen sei. Das sagen Menschen, die erfahren haben: Jesus hat Gott gelebt. Er wusste Gottes Liebe in jeder Zelle seines Körpers. Er hat Gottes Liebe in sich getragen und in die Welt hineingeatmet mit jedem Atemzug, mit jedem Wort, das er gesprochen hat. Gottes Geist war in ihm lebendig. Spürbar für die Menschen, die ihm begegneten. All die Menschen, die er aus ihren eingetretenen Pfaden herausrief. Heilte. Bis heute. Deswegen konnte er sagen: „Ich bin der Weg. Ich bin der Weg Gottes zu den Menschen.“ Das war und ist zugleich eine Einladung mitzugehen, es selbst zu erleben. Über die Grenzen des Lebens hinaus.

Wir alle, jede und jeder von uns geht ihren, geht seinen Weg. Das berührt mich: So viele Wege. Kein Weg menschlichen Lebens gleicht dem anderen. Unsere Wege sind so einmalig wie wir selbst. Und Jesus sagt zu jedem von uns: Schaut genau hin, schaut euch diesen Weg, den ihr geht, genau an. Euren Weg… Die Umwege und Abwege, die Sackgassen und vermeintlichen Einbahnstraßen. Die Punkte, wo es nicht mehr weitergeht und umkehren notwendig ist. Könnt ihr mich, in diesem, in eurem Weg entdecken?

Jesus war Lehrer. Es ist wahrlich kein Zufall, dass Jesus jemand war, der unterwegs gelehrt hat. Auf dem Weg, am Wegesrand, oft im Vorübergehen. In einem Moment des Innehaltens. Jesus hat Menschen aus dem Stillstand herausgerufen, aufgefordert mitzugehen. Und dann sagt Jesus zu seinem Freund Thomas: „Schau hin: Ich bin der Weg, – auch der Weg, den du gehst. Ich bin dein Weg.“ Das kann ich als Ermutigung hören, auch als Herausforderung. Jesus hat entdeckt: Gott selbst sagt: Ich bin ein Gott des Weges. Ich bin mit dir unterwegs. Nur da werdet ihr mich treffen.

Im Vorübergehen. Vielleicht auch jetzt.
Vielleicht gerade heute.
Amen.

Ihr Martin Röttger

50 Jahre Baumhofzentrum

Herzliche Einladung zum Jubiläumsgottesdienst im Baumhofzentrum am 6.11.2022 um 10:00 Uhr.

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Sonntag, 2. Oktober, 12:00 Uhr
Melanchthonkirche Bochum

Die beweinte Zukunft
Texte von Günther Anders u.a.

Rezitation: Klaus Weiss
Musik von Erik Satie, Johann Sebastian Bach, John Cage und Arnold Schönberg
Orgel: Ludwig Kaiser

Im Zentrum der Mittagskirche am kommenden Sonntag um 12:00 Uhr in der Melanchthonkirche an der Königsalleee steht ein höchst aktueller Text von Günther Anders, der vom Schauspieler Klaus Weiss gelesen wird. Günther Anders schrieb „Die Beweinte Zukunft“ drei Jahre nach seinem Aufenthalt in Hiroshima.
Protagonist der Erzählung ist Noah, der in die Rolle eines Komödianten schlüpft. Er begibt sich auf die Suche nach Menschen, die ihm helfen könnten, seine Arche zu bauen. Dabei sieht er sich in dem Auftrag, dem Schlimmsten zuvorzukommen. Durch die Imagination des Schlimmsten sollen sich die Menschen der gewaltigen Bedrohung der Welt bewusst werden und endlich ihre Gewohnheiten ändern. Bei Anders ist es der nukleare Holocaust, den Noah fürchtet.
Die Angst vor atomarer Bedrohung und Vernichtung durch den Krieg in der Ukraine ist auch heute wieder deutlich zu spüren. Aber es ist auch unsere Lebensweise, die eine Bedrohung darstellt, weil wir durch sie die Biosphäre zerstören. Anders erinnert uns an die kollektiven Dimensionen unserer Existenz, d.h. er lässt uns die Verbundenheit mit gegenwärtigen, vergangenen und vor allen Dingen zukünftigen Generationen fühlen.

 

Samstag, 8. Oktober 2022, 17:00 Uhr
Melanchthonkirche Bochum

Meisterkurs des Hörens
‚Zwischen Ekstase und Trost‘

Der ‚Meisterkursʻ führt ein in das Verset pour la Fête de la Dédicace – Versett zum Kirchweihfest des einzigartigen französischen Komponisten und Organisten Olivier Messiaen,
dessen 30. Todestag wir in diesem Jahr begehen.
„Das Stück verwendet zwei Hauptelemente: ein Thema des gregorianischen Chorals, das Alleluja des Kirchweihfestes und ein der Natur abgelauschtes Thema: den Gesang eines der wunderbarsten Singvögel: der Singdrossel. Alle beide sind Symbole der Freude.
Eine expressive Entwicklung führt die Klangfülle der Orgel herbei … Zweimal stellt ein langes Solo der Singdrossel ihre Freude den Anrufungen und der Ehrerbietung entgegen …
Das Stück endet pianissimo, mit einer sanften Vokalise der Ekstase und des Trostes …“ Olivier Messiaen

Orgel: Ludwig Kaiser
Eintritt: 10 / 5 EUR
Videoübertragung in den Kirchraum während der Veranstaltung